Noerdlingen im Ries / Weissenburg - Weißenburg

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Anschließend besprachen wir gemeinsam die Ergebnisse. Konnten die Schüler die Trickmethode nicht entlarven, führte ich den Trick erneut ganz langsam vor und führte die Kinder etwas an die Lösung heran. Gemeinsam wiederholten wir den Handlungsablauf und versprachlichten unsere einzelnen Arbeitsschritte. Bilder zu den einzelnen Schritten halfen den Schülern dabei als Gedächtnisstütze. In Partnerarbeit übten die Kinder sogleich ausgiebig den Trick samt Zauberspruch ein. Bei auftauchenden Problemen versuchte ich den Schülern zu helfen. Am Ende der Stunde durfte jeder Zauberer den Trick vor den anderen Zauberkollegen vorführen. Die Zuschauer gaben hilfreiche Tipps, was der Vorführende noch an seiner Darbietungsweise verbessern könnte und wie auftretende Pannen elegant umgangen werden könnten.

 

Durch die Akzentuierung der Unterrichtsstunden auf das Entlarven der Trickgeheimnisse mussten die Schüler ihre grauen Zellen in vielfacher Form betätigen. Die kleinen Zauberkünstler mussten Vermutungen über das Trickgeheimnis anstellen, plausible von weniger plausiblen Möglichkeiten zu unterscheiden und auf logische Weise das Trickgeheimnis lösen. Zudem mussten sie als Vorführende die Rolle des Beobachters einnehmen, um ihre Handlungen am Publikum auszurichten und zeitgleich als Beobachter in den Vorführenden hineinversetzen, um seinen Trick zu entschlüsseln oder um ihm eine Rückmeldung über das Ge- oder Misslingen des Zaubertricks zu geben.

 

Den Zauberkurs setze ich nun im neuen Schuljahr fort. Nun haben wir mehr Zeit uns auch komplexeren Zauberkunststücken zu widmen und ich merke, dass die Zauberer trotz ihrer begrenzten geistigen Möglichkeiten dank ihrer gelernten Vorgehensweisen und Fragetechniken schneller hinter das Trickgeheimnis gelangen als zu Beginn des Kurses. Zaubern stellt also meines Erachtens ein wirksames Mittel dar, geistig behinderte Schüler mit einer für sie neuen Methode zum Denken anzuregen.